Diese Frage ist die Frage, die mir wohl am allerhäufigsten gestellt wird: Bist Du ganz allein unterwegs ( ohne Partner ) ?

Gestellt wurde mir diese Frage bisher ausschließlich von Frauen.
Die Frage ließe sich mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten.
Und die Antwort ist „Ja.“
(Also, zumindest im Moment… 😉 )
Danach folgt immer ein kurzes Schweigen.
Und danach folgt dann die zweithäufigste Frage:
„Macht Dir das gar nichts aus?“
Ehrlich gesagt verstehe ich diese Frage oft nicht so ganz. Da mir die meisten jedoch nicht von ihren Ängsten berichten, sondern höchstens noch ein knappes „Also für mich wär das nichts!“ oder wenigstens ein anerkennendes „Dafür würde mir der Mut fehlen.“ hinterher schieben, gehe ich mal davon aus, dass sie sich ein Leben ohne Partner gar nicht vorstellen können.
„Tja, aber früher oder später kommt der Punkt, also gewöhnt euch lieber schon mal dran.“ möchte ich dann oft antworten. Davon abgesehen, dass die meisten dann unfreundlich antworten oder beleidigt sind, bringt diese Antwort auch nicht wirklich etwas.
Also frage ich mich, woher das kommt, dass mir das nichts ausmacht und anderen schon.
Es dürfte wohl daran liegen, dass ich schon immer ein sehr freiheitsliebender und dadurch sehr selbständiger Mensch war. Als ich Anfang zwanzig war, wollte ich auch immer noch unbedingt heiraten und Kinder haben. Aber schon mit Mitte zwanzig stellte ich fest, nachdem die meisten meiner Freundinnen heirateten und das erste Kind bekamen, dass sich das Leben als Frau dann rapide zu ändern scheint. Aus einer zuvor bildhübschen, selbstständig denkenden und eigensinnigen Frau mutiert dann ganz plötzlich eine, die jeden Satz nur noch mit „Mein Mann sagt, mein Mann meint“ beginnt und dank ihrer Kinder sich in völliger Selbstaufgabe hergibt. Das wollte ich auf gar keinen Fall und deshalb habe ich auch nie geheiratet. In jungen Jahren war mir das nicht ganz so klar, da habe ich immer nur gewusst, ich will auf gar keinen Fall diese finanzielle Abhängigkeit. Also kam Heiraten einfach nicht in frage. Später nicht mal mehr Kinder. Selbstverständlich hatte ich hier und da eine Beziehung, durchaus auch längere, aber zur Heirat hat es eben nicht gereicht. Und ich hatte eben schon immer ein unstillbares Verlangen nach neuem Wissen, neuen Erlebnissen, neuen Herausforderungen – irgendwann blieb da dann auch gar kein Platz mehr für eine Beziehung bzw. war ich vielen Männern dann zu anstrengend oder zu … keine Ahnung, sie sagen es ja nicht, sie rennen einfach nur weg oder sprechen mich nicht mal an. Oder die, die mich ansprechen suchen häufig einen Mutterersatz und ich aber keinen Klotz am Bein. „Auf Augenhöhe“ scheint dort zu enden, wo das vom Jäger erlegte Reh in mundgerechte Stücke zerlegt wird. Mir fehlt aber beim Jäger oft schon die Zielgenauigkeit, also spring ich froh und munter davon.
Und natürlich bin ich auch nicht Miss Universum und habe ebenso wie andere meine Defizite und Macken. Das muss ja auch erstmal einer aushalten wollen.
Und natürlich hätte ich hin und wieder auch gern eine starke Schulter zum Anlehnen oder zum Kuscheln, jedoch nicht um jeden Preis. Mein Lebensmotto war diesbezüglich wie auch in vielen anderen Bereichen meines Lebens stets schon: Ich bin ein Genußmensch und kein Schnäppchenjäger!

Ganz schön ausschweifend nun hier an dieser Stelle….
Kommen wir mal zurück zum Thema:
Nein, auch wenn ich es zum dritten Mal und mit eindringlicher Hinterfragung gefragt werde, ob ich nicht doch lüge oder mich gar selbst belüge, ich bleibe einfach dabei: Es macht mir nichts aus! Es gibt einfach nichts, was ich nicht irgendwie selbst regeln könnte. Und wenn ich es nicht selbst regeln kann, ist es meist auch nicht so wichtig. Manche Dinge erledigen sich auch von selbst.
Darüber hinaus brauche ich viel Zeit einfach auch für mich allein. Ich könnte mir ehrlich gesagt im Moment gar nicht vorstellen meinen Wohnwagen und somit einzige Rückzugszone mit jemand anderes zu teilen. Dazu kommt, dass mein Tag am liebsten immer mindestens 48 Stunden haben könnte. Wegen der vielen Arbeit, wegen der vielen Interessen und was mich sonst alles grad noch so beschäftigt. Ich mag mein Leben, wie es ist. Und mich selbst mag ich auch.

Letztendlich muss ja jeder für sich selbst entscheiden, was wichtig für ihn ist. Ich kann dazu nur sagen: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Und nicht jeder kann wirklich gut alleine sein.