Was genau mache ich eigentlich beruflich? Diese Frage wird mir übrigens sehr oft von Männern gestellt, schade, dass das so selten Frauen fragen! 🙂

Zuerst möchte ich mal auf die Frage selbst etwas näher eingehen. Es gibt viele, die verfolgen bei Facebook oder hier im Blog meine Berichte, haben aber irgendwie den Anfang meiner Geschichte verpasst oder lesen immer wieder mal, dass das Internet für mich so wichtig sei.  Somit ist diese Gruppe eher einfach nur neugierig, was genau ich denn im Wohnwagen arbeite. Andere dagegen überlegen selbst schon längere Zeit, dass sie am liebsten mit dem Wohnmobil durch die Welt reisen würden, wissen aber einfach nicht, wie sie  durch eine ortsunabhängige Arbeit über das Internet die beim Reisen anfallenden Kosten decken sollen.

Hier in diesem Artikel werde ich vorwiegend darauf eingehen, was konkret ich mache.  Wer nach weiteren seriösen Verdienstmöglichkeiten im Internet sucht, den bitte ich meine Facebook-Seite marlies.unterwegs zu liken. Ich werde dort in kürzester Zeit bekannt geben, wenn meine Zusammenfassung mit vielen Tipps zu dem Thema fertig ist.

Die Rätsels Lösung ist ganz einfach: Ich habe einen Online-Shop.
Einen Online-Shop dagegen aufzubauen und erfolgreich zu betreiben ist keineswegs einfach, sondern bedarf einiger Geduld und viel Fleiß und Arbeit. Ich gehe deshalb gern etwas näher darauf ein, wie ich das alles mache.

Vorab möchte ich dazu sagen, dass ich meinen Online-Shop jetzt seit gut 10 Jahren betreibe und die ersten drei Jahre mehr als eine Katastrophe waren. Die falschen Produkte, das falsche Shop-System, die falsche Zielgruppe, falsche Kalkulationen / Annahmen zu erzielbaren Umsätzen und Gewinnen… meinem Steuerberater und gutem Freund sind von meinem damaligen Gejammer sicher einige graue Haare gewachsen! Und wenn ich mir anfangs nicht weitere Möglichkeiten von Einnahmequellen geschaffen hätte (ich habe hier und da für kleine Firmen Webseiten erstellt mit Joomla – auch diese Kunden mussten ja erstmal gefunden werden!) und gleichzeitig darüber hinaus Tag und Nacht an meinem Shop gebastelt hätte, wäre das alles den Bach runter gegangen. Ich wollte aber unbedingt diese Selbständigkeit aufbauen und habe deshalb auf vieles verzichtet. Andere haben abends und am Wochenende Freunde getroffen, Sport gemacht oder vor dem Fernseher gesessen, ich dagegen vor dem Computer, bis mir der Kopf auf die Tastatur fiel.
Da ich doch heutzutage relativ häufig zu hören bekomme, dass ich doch „einfach nur Glück hatte“, kann ich darüber nur lachen. Es war immer harte Arbeit und nichts ist von heute auf Morgen oder von allein gekommen!

In meinem Online-Shop www.cartoon-it-shop.de verkaufen wir (meine Mitarbeiter und ich) vorwiegend individuell bedruckbare Werbeartikel für Firmen. Angefangen hat das Ganze mal mit Weihnachtskarten  und Adventskalender mit von mir gezeichneten Cartoon-Motiven zu Branchen und Berufen oder Skylines berühmter deutscher Städte personalisiert mit dem Firmenlogo von Kunden. Mit den Jahren ist die Produktpalette jedoch immer weiter angestiegen, so dass wir nun seit einigen Jahren auch Kekse mit Logo, bedruckte Pralinen, Bonbons und Gummibärchen sowie spezielle Werbeartikel zu Ostern und zu Weihnachten verkaufen. Insgesamt dürften wir wohl so um die 80.000 Produkte haben. Die Anzahl der Kunden liegt mittlerweile ebenfalls im fünfstelligen Bereich.

Die Produkte werden von Firmen hergestellt, die sich darauf spezialisiert haben. Wir beauftragen also dann diese Firmen im unseren Namen die Produkte herzustellen und an die Kunden auch direkt mit unserem Lieferschein zu verschicken.

Da wir ausschließlich Produkte verkaufen, die erst nach Auftrag produziert werden, benötigen wir so auch gar keine eigene Lagerhaltung und keinen eigenen Versand. Dadurch, dass wir mit mehreren großen Herstellern zusammen arbeiten, macht das auf unsere Kunden oft den Eindruck, dass wir eine Firma mit mindestens 300 Mitarbeitern sind. Sind wir aber nicht. In Frankfurt am Main habe ich noch ein Büro, in dem zwei Damen den Telefondienst machen und ich selbst ab und zu auch vor Ort sein muss (ist mit der guten Fluganbindung von Alicante nach Frankfurt aber gar kein Problem). Darüber hinaus habe ich noch einige Freiberufler, die für mich arbeiten, in der Nähe von Düsseldorf, in Hamburg, Rostock und Worms.
Durch ein eingespieltes Team ist es jedoch möglich, dass jede Kommunikation auch über email möglich ist. Und die Kunden wollen meistens auch nur über email kommunizieren. Und so ist es überhaupt kein Problem von jedem Ort der Welt aus zu arbeiten – so lang es denn vernünftiges Internet gibt.

Ich selbst mache im Prinzip mindestens fünf Jobs gleichzeitig: Shoppflege inklusive Marketing und Suchmaschinenoptimierung, Angebotswesen, Auftragsabwicklung, Rechnungstellung und Reklamation, neue Produkte entwickeln und im Shop aufnehmen sowie das Finanzwesen mit Controlling und Rentabilitätsvorschau etc. Darüber hinaus arbeite ich gleichzeitig als Grafikerin und muss mich auch drum kümmern, dass die Technik immer so läuft. Manchmal frage ich mich selbst, wie ich das alles mache – aber nun wisst ihr, warum mein Tag mindestens 10-16 Arbeitsstunden hat. Zum Cartoons Zeichnen komme ich leider schon seit Jahren nicht mehr und nur faul in der Sonne rumsitzen habe ich äußerst selten. Ich arbeite aber daran, dass das mal anders wird. 🙂

Einen Teil der Technik schleppe ich mit mir rum und habe deshalb meinen Wohnwagen umbauen lassen, siehe hier: Wohnwagen mit Serverraum.
Ein anderer Teil der Technik steht in Frankfurt am Main und ein Teil der Technik befindet sich im Internet. Noch detaillierter kann ich da aber dann hier öffentlich doch nicht drauf eingehen. 🙂 Falls Du Fragen hast, kannst Du mir über das Kontaktformular oder über meine Facebookseite marlies.unterwegs gern eine Nachricht schicken.

Und obwohl ich es könnte, reise ich als digitaler Nomade nicht ständig durch die Gegend, sondern habe mir mit meinem Wohnwagen erstmal einen festen Ausgangspunkt in Südspanien an der Costa Blanca geschaffen. Das hat zwei Gründe: Mir fehlt oft nicht nur die Zeit zum Rumreisen, mich würde das auf gewisse Art und Weise auch innerlich unruhig machen. Sobald nun aber mein Ostergeschäft rum ist, werde ich sicher das ein oder andere Wochenende nutzen und mit meinem VW-Bus und mit dazu passendem Vorzelt den Rest von Spanien erkunden.

PS: oben stehenden Cartoon habe ich übrigens als Deckblatt zu meinem Businessplan im Jahr 2004/2005 gezeichnet. Ich hatte damals meinen sicheren und durchaus gut bezahlten Job in der IT-Branche einfach an den Nagel gehängt und mich mit meinen Cartoons selbständig gemacht (Markenname CARTOON-IT). 🙂