Marlies Unterwegs

Leben und Arbeiten im Wohnwagen

Tagebuch

Luxus im Vorzelt

Glamping - Luxus im Vorzelt

Hier in Spanien zähle ich mich ja zu den Neu-Dauercampern. Da ich den ganzen Tag im Wohnwagen arbeite, bleibt mir einfach nicht genügend Zeit zum Rumfahren. Es fängt schon damit an, dass ich allein bin und dauernd ja das Vorzelt wieder auf- und abbauen und mein ganzes Gerümpel jedesmal wieder einpacken müsste. Insbesondere mit der Technik im Wohnwagen nicht so witzig. Da würde mir viel zu viel Zeit verloren gehen.  Auch das Internet würde mir beim Rumreisen nicht reichen, da ist die Technik leider noch nicht so weit. Also blieb letztendlich erstmal nur auf einem Platz über längere Zeit zu stehen, um alles unter einen Hut zu bekommen: Arbeiten und Leben.

Hier in Spanien bieten die Campingplätze an der Costa Blanca zudem Vorteile, welche zusätzlich verlockend sind, sich etwas häuslicher einzurichten und als Dauercamper zu bleiben. Also als erstes kann man seinen Wohnwagen neben dem Campingplatz auf einem bewachten Gelände für wenig Geld einlagern lassen (Stand März 2016 ca. 1 EUR am Tag). Wenn man also z.B. alle drei Monate für je drei Monate hier verbringen möchte, ist das eine tolle Sache. Dann braucht man nur mit dem Auto hier runter kommen. Oder sogar mit dem Flugzeug, manche Campingplätze bieten sogar einen kostenfreien Shuttle-Service zum Flughafen (z. B. Alicante). Wenn man ankommt steht der Wohnwagen schon wieder auf der gebuchten Parzelle, das klappt wirklich super, habe ich nun schon ein paarmal gesehen.
Außerdem kann man sein zusätzliches Gerümpel ebenfalls einlagern lassen (in einer Halle). Tische, Klappstühle oder was auch immer. Am Tag vor der Abreise wird eine leere Europalette angeliefert, man verstaut sein Zeug drauf und die Mitarbeiter holen die Palette ab und lagern diese ein. Auch ganz billig (ca 50,00 EUR für eine Saison / 6 Monate). Und klappt super. Am Tag der Anreise oder einen Tag später wird die Palette wieder angeliefert. Auch schon mehrfach gesehen. Wem das trotzdem zu kompliziert ist immer alles auf- und abzubauen, der kann auch einen Jahresmietvertrag für eine Parzelle abschließen und lässt sein Zeug einfach – gut gegen Sturm gesichert – stehen für die Zeit, die man abwesend ist. An dieser Stelle sei aber noch erwähnt, dass solche Plätze sehr rar sind und man häufig auf eine lange Warteliste muss. Es gibt nur wenige Campingplätze an der Costa Blanca, wo das nicht so ist.

Da es an fast allen Campingplätzen an der Costa Blanca auch Zu- und Abwasser direkt an der Parzelle gibt, hat man ja eh schon den Luxus, dass man nicht dauernd von Hand Wasser in den Tank füllen muss, sondern man schließt einfach einen Schlauch an – so weit man denn technisch ausgerüstet ist und die Küche und Dusche im Wohnwagen benutzt. Und da kommen wir zu meinem „Luxusproblem“. 🙂

Ich habe zwar eine hübsche Küche und ein Bad im Wohnwagen, benutze es aber nicht gern. Ich mag einfach kein Essengeruch an meiner Bettwäsche oder Fettflecken an meinen Arbeitsunterlagen. Im Prinzip hätte es auch ein Wohnwagen ohne beides getan, aber wer kann das vorher wissen und wer weiß, ob ich es in Zukunft nicht doch nochmal nutzen will.
Da ich nun dieses Angebot mit dem Einlagern von Wohnwagen und Gerümpel so gut finde, habe ich beschlossen mir im Vorzelt die auf dem Foto abgebildete „Küchenzeile“ hinzubauen. 🙂 Ich weiß, es gibt viele, die nun sagen, dass das doch überhaupt nichts mehr mit Campen zu tun hätte. Für mich ist es aber einfach eine Arbeitserleichterung. Die wenigen Stunden, die ich immer frei habe, habe ich bisher immer damit verbracht zum Waschhaus zu laufen, um Geschirr abzuspülen oder an der Waschmaschine anzustehen, um mal Wäsche waschen zu können. Da können ganze Abende oder das ganze Wochenende für drauf gehen. Diese Zeit spare ich nun dank Geschirrspüler und eigener Waschmaschine. Auch zum Obst und Gemüse abwaschen war ich bis dato immer ins Waschhaus mit dem Rad gefahren. Wenn man Zeit hat, alles kein Problem und durchaus auch kommunikativ mit den Nachbarn. Aber dank des Waschbeckens im Vorzelt spar ich mir nun auch diese Zeit.

Was ich mit der gesparten Zeit mache? Am Strand spazieren gehen! Oder in meinem Sonnenstuhl rumdösen! Oder mit meinem T5 an einem Wochenende andere Campingplätze besuchen und damit Spanien erkunden! Oder ich flieg mal eben kurz nach Frankfurt am Main. 🙂
Hat also alles Vor- und Nachteile. Ich fühle mich so jedenfalls sehr wohl. Mit dem ursprünglichen Campen in freier wilder Natur hat das sowieso schon lange alles nichts mehr zu tun. Aber so ist das eben, die Zeiten ändern sich. Ich finde es trotzdem gemütlich in meinem Wohnwagen und weiß noch gar nicht, ob ich mir nochmal ein Haus oder eine Wohnung vorstellen kann. Im Moment eher nicht.

Noch ein anderes Thema an dieser Stelle nochmal kurz erwähnt: Für Dauercamper lohnt es sich nicht wirklich sich eine eigene Lösung bezüglich des Internets auszudenken. Man kann auf fast allen Plätzen monatsweise Internet buchen und das zu einem akzeptablen Preis (Stand März 2016 pro Monat 25-35 EUR, je nach Geschwindigkeit, ggf auf Anfrage auch mit besserer Verbindung, dann auch teurer, traffic in jedem Fall unbegrenzt!). Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, die die Campingplätze anbieten. An manchen ist es so, dass man einen Router kaufen muss (40,00 EUR) . Den Router bringt der Techniker mit und man bezahlt diesen vor Ort. Dieser Router verbindet sich zu dem Router der Technikfirma und dann ins Internet geht. Funktioniert und meistens auch gut, hat aber seine Tücken. Das weiter auszuführen, wäre hier an dieser Stelle aber zu technisch. An einigen Campingplätzen ist nun jedoch schon seit längerer Zeit vorgesehen bzw. in Planung, dass dort über Glasfasernetz / Glasfaserkabel zukünftig Internet aus der Wand kommt wie Wasser und Strom. Aufgrund der immer stärkeren Nutzung des Internets meines Erachtens auch unabdingbar. Und dann wird das Arbeiten über das Internet vom Wohnwagen bzw. vom Campingplatz aus  aufgrund des Highspeed-Internets auch gar kein Problem mehr sein. Und sicherlich muss man dann auch nicht mehr monatsweise buchen, sondern kann das auch für eine Woche Urlaub nutzen.  Für viele Reisende mag die Erweiterung des Handy-Tarifes auf Europa ja zum Surfen und Online-Banking ausreichen. Da gibt es z. B. einen Red-Tarif von Vodaphone für nur 5 EUR Aufpreis im Monat zum normalen Handytarif. Dieser ist jedoch trafficbegerenzt und liegt bei  3 bis 4 GB im Monat. Für manch einen mag das ausreichen, wenn man jedoch arbeiten muss, ist das selten eine Option.

 

Fragen zum Thema? Beantworte ich entweder gern hier oder auf meiner Facebookseite Marlies Unterwegs.

 

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CEE-Stecker für Stromanschluß ist das gängigste in Spanien, viele haben 10 Ampere oder 16 Ampere Absicherung, oftmals ist eine Strompauschale im Preis enthalten.

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Zuwasser auf der Parzelle

2016_03_03_glamping_01_cAbwasserloch auf der Parzelle, für Waschmaschine und Geschirrspüler habe ich mir ein 44er-Rohr gelegt (Durchmesser), Zubehör gibts alles im Baumarkt um die Ecke.

Einlagerung der Sachen wie Tisch, Stühle, Waschmaschine und andere sperrige Sachen auf Palette.

Einlagerung der Sachen wie Tisch, Stühle, Waschmaschine und andere sperrige Sachen auf Palette.

Die Palette wird ein paar Tage vor Abreise auf die Parzelle gebracht und man verstaut alles. Die meisten Camper machen so eine blaue Bauplane drüber, damit die Sachen nicht so einstauben. Verzurrt wird alles mit Spanngurten. Bauplane und Spanngurte muss man selbst besorgen, gibts aber im Baumarkt vor Ort. An der verpackten Palette wird ein Zettel mit Name und Parzellennummer vom Besitzer angebracht (man muss als Dauercamper / Überwinterer eh mindestens ein Jahr im Voraus buchen, sonst sind die Parzellen vergeben). Wie man auf dem Foto sieht, kann man sogar Fahrräder einlagern.

 

2 Kommentare

  1. Oli

    schöner, offener Beitrag welcher einen guten Einblick in das „unterwegs“-sein bietet.
    Darf ich fragen auf welchem Platz exakt du stehst? Frage, weil wir relativ gut auskennen und sehr häufig mit VW-Bus auf diversen Plätzen zu Gast an der Costa Blanca sind.

Kommentare sind geschlossen

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