Trickbetrug am Campingplatz
Eines gleich mal vorweg: Trickbetrug findet nicht nur in Spanien sondern auch in allen anderen Ländern insbesondere zur Urlaubszeit statt. Das einzige, was einem vielleicht spanisch vorkommen sollte, sind bestimmte Vorgehensweisen von Trickbetrügern. Es würde also in der Regel schon der gesunde Menschenverstand ausreichen, um einem Trickbetrug nicht auf den Leim zu gehen. Manchmal sind diese jedoch so geschickt getarnt und man ist dermaßen in Urlaubsstimmung, dass man gar nicht auf die Idee kommt, dass hier etwas nicht stimmen könnte.

Da nun die große Camping-Saison wieder begonnen hat und somit auch die Urlaube auf Campingplätzen, möchte ich hier auf einen speziellen Fall besonders eingehen, der sich gerade heute ereignete:

Ich war gerade auf meiner Parzelle am Aufräumen, als ein junger Mann Mitte zwanzig fröhlich winkend vorbei kam. Unter dem Arm ein paar Papiere zu einer Mappe geformt. Auftreten, Kleidung, Gestik und Mimik ließen irgendwie darauf schließen, dass er wohl zum Animationsteam vom Campingplatz gehört. Da er auch gleich meine Parzelle betrat, dachte ich im ersten Augenblick, dass ihn vielleicht jemand von der Rezeption geschickt hat. Da ich ihn allerdings nicht kannte, machte mich das schon ein wenig stutzig. Er quasselte auf schlechtem Englisch gleich los und hielt mir igendwelche Zettel hin. Mein Englisch ist ziemlich perfekt, aber seines war trotzdem kaum zu verstehen. Erst dachte ich, es handelt sich um eine Einladung zu einer Party, die hier statt finden soll. Dann hielt er mir jedoch einen Abreißblock mit Lotterielosen vor die Nase, ließ mich aber gar nicht richtig lesen, sondern wackelte immer hin und her und tippte mit seinem Finger nur auf das zusätzlich von Hand aufgestempelte Datum 09.04.2016, so dass ich zumindest irgendwie verstand, dass ich wohl ein Los kaufen sollte für eine Ziehung am 09.04.2016. Meine eine ist dann bei sowas gleich so böse, dass sie denkt, es reicht ja, wenn die einen am Strand zu quatschen, aber jetzt noch auf der eigenen Parzelle…. ich wollte ihn freundlich abweisen und hatte schon einen gesalzenen Text für die Rezeption parat, dass man einem hier so etwas zumutet. Aber der Typ ließ sich gar nicht abwimmeln. Mit einem Mal kam er erst noch mit der Masche, dass es ja für einen guten Zweck und für Kinder sei und als ich immer noch nein sagte, wollte er mir mit einem Mal einen Kalender verkaufen. Als ich ihn daraufhin mit einem deutlicheren NEIN und bösem Blick von der Parzelle verwies, versuchte er es zwar noch einen kurzen Augenblick weiter mir ins Gewissen zu reden, aber ich war ihn erstmal los. Und in dem Augenblick ging mir auch schon ein Licht auf: die Rezeption bzw. der Campingplatz hatte mit diesem Trickbetrug rein gar nichts zu tun. Als ich dort bescheid sagte, haben die den umgehend gesucht und vom Platz geworfen. Weiß der Teufel, wie der hier überhaupt rauf gekommen ist. Fakt ist nur, dass er in seiner Mappe schon jede Menge Kohle hatte – wahrscheinlich sollte das wohl ein Druckmittel sein, dass alle meine Nachbarn wohl auch schon was gekauft haben. Und haben sie teils auch. Naja… passiert halt.
Also schon mal vormerken: niemals würde jemand auf eure Parzelle kommen und irgendein Geld für irgend etwas kassieren. Entweder man zahlt an der Rezeption irgendwelche Rechnungen oder sammelt vielleicht mal für ein Geschenk unter Campingfreunden. So ein Trickbetrüger wie dieser hier ist wohl eher sowas wie der falsche Stromableser in Deutschland.

Trickbetrug auf Autobahn-Raststätten
Da man mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil ja auf dem Weg in den Urlaub auch auf Autobahnraststätten Pause macht, möchte ich an dieser Stelle noch gleich auf zwei weitere Sachen eingehen: Bitte niemals auf Autobahnraststätten im Wohnwagen oder Wohnmobil übernachten! Autobahn-Raststätten sind ein El Dorado für Trickbetrüger und Diebe. Nirgendwo anders treffen sie auf geballtem Raum so viele gutgläubige und leider naive Urlauber mit meistens Bargeld und anderen Wertsachen wie Smartphone, Tablett oder Kamera in der Tasche. Da mag man als Urlauber noch so sehr denken, dass man sich doch zwischen den LKWs sicher fühlen könnte. Genau das Gegenteil ist der Fall! Hier zwei Beispiele, die ich schon zig Mal gehört habe, die am helllichten Tag passiert sind:
a) Man parkt auf dem großen Parkplatz und geht nicht nur kurz zur Toilette sondern auch noch kurz einen Kaffee trinken. Da ist man einer unter tausenden am Tag! Und nichts ist so leicht knackbar wie ein Wohnwagenschloß! Oder die Dachluke. Die meisten merken leider erst am Zielort, dass ihnen irgendwo unterwegs der Wagen aufgebrochen wurde. Am besten deshalb immer nur einzeln zur Toilette gehen und den Wagen gar nicht unbewacht lassen oder aber zumindest nur höchstens 5-10 Minuten weg bleiben. Man kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass man beobachtet wird, sobald man auf der Raststätte ankommt. Wenn dann also Tasche gepackt und Jacke angezogen wird, ist das für Diebe schon ein gutes Zeichen. Lieber am Wohnwagen einen Kaffee trinken oder auch dort die Toilette nutzen – wozu hat man denn das Teil?
b) Beim Einsteigen in den Wagen niemals die Handtasche auf den Schoß legen! In den meisten Fällen warten die Diebe noch so lang, bis man sich angeschnallt hat, dann reißen sie die Tür auf, schnappen die Tasche und sind weg. Und dabei ist denen egal, ob sie dir fast den Arm ausreißen oder du dabei aus dem Auto fällst. Sobald man im Auto einsteigt also als erstes die Tasche bei genügend Platz in der Mittelkonsole verstauen mindestens aber umgehend die Zentralverriegelung von innen schließen. Leider habe ich auch schon von dem Fall gehört, wo zwei Damen rauchend draußen standen und die Handtasche um den Körper trugen. Es kamen zwei Männer, die die eine weg in einen Graben stießen und der anderen hielten sie eine Pistole an den Kopf, so dass diese freiwillig gleich die Handtasche abmachte. Am besten also auf Raststätten gar nicht erst eine Handtasche dabei tragen, sondern das benötigte Kleingeld in der Hosentasche, oder was man sonst noch so braucht eben direkt am Körper tragen.

Erlebt habe ich hier am Strand auch schon, dass nett und völlig harmlos aussehende junge Männer auf einem Kleinkraftrad auf einem Fußweg entlang fahren und den Leuten einfach den Schmuck vom Hals reißen.  Ich möchte gar nicht wissen, wie sehr das teilweise weh tun muss. Und Mitleid habe ich da meistens leider auch keines. Meistens sind das leider Menschen, die die ganze Zeit mit dem Zeug auch noch Rumklimpern, damit auch ja jeder sieht, welche schönen Schmuckstücke sie tragen. Also vielleicht doch lieber mal drüber nachdenken, ob es das wirklich wert ist.

Weitere Tipps zu Trickbetrügern findet ihr z.B. hier: Deutschen Vertretungen in Spanien oder auch hier: Trickbetrüger in Barcelona
Sollte man ruhig mal vor einem Urlaub lesen. Die Trickbetrüger denken sich immer neue Tricks und Strategien aus, mit ein wenig Achtsamkeit kann man sich jedoch aus der Situation lösen oder gar nicht erst hinein geraten.